Osnabrück

Osnabrück (ostwestfälisch: Ossenbrügge, lateinisch: Ansibarium) ist eine kreisfreie Großstadt in Niedersachsen und Sitz des Landkreises Osnabrück. Die Stadt ist ein Oberzentrum und mit 155.625 Einwohnern nach Hannover, Braunschweig und Oldenburg die viertgrößte Stadt Niedersachsens und Mittelpunkt des Osnabrücker Landes. Historisch, landschaftlich und sprachlich gehört Osnabrück zu Westfalen. Nach dem Wiener Kongress setzte eine „Entwestfalisierung“ in Osnabrück und Umland ein (Geschichte Westfalens). War für die Gründung der Stadt bereits damals die exponierte Lage an einem Knotenpunkt alter Handelsstraßen ursächlich, befindet sich Osnabrück auch heute noch geographisch im Schnittpunkt wichtiger europäischer Wirtschaftsachsen. Dadurch entwickelte sich die Stadt zu einem Logistikzentrum. Zudem hat sich eine bedeutende Auto-, Metall- und Papierindustrie angesiedelt. Osnabrück stellt damit den zweiten bedeutenden Wirtschaftsstandort Niedersachsens dar. Osnabrück liegt im Osnabrücker Hügelland in Tallage und wird von der Hase durchflossen. In Osnabrück befindet sich der Sitz des 780 gegründeten Bistums Osnabrück. Osnabrück ist eine Universitätsstadt mit ca. 21.000 Studierenden, die 12,8 % der Gesamtbevölkerung ausmachen. Bekannt wurde die Friedensstadt Osnabrück neben Münster auch als Ort der Unterzeichnung des Westfälischen Friedens 1648. Im Mittelalter war Osnabrück Prinzipalstadt des westfälischen Quartiers der Hanse und seit 1983 Mitglied des Westfälischen Hansebundes. Die Stadt liegt inmitten des Natur- und Geoparks TERRA.vita und gehört zu einer von deutschlandweit 13 Städten mit dem Titel Historic Highlights of Germany.

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Osnabrück hat vor allem als Stadt des Westfälischen Friedens seinen Platz in der Geschichte gefunden. Aber Osnabrück ist viel mehr: eine ungewöhnlich facettenreiche Stadt, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln immer wieder neu entdecken lässt. Zum Beispiel als Stadt der Genießer, den Besucher mit wunderbaren Feinschmeckertreffs und regionalen Spezialitäten verwöhnt.
Fast unbehelligt hatte Osnabrück die Wirren des Dreißigjährigen Krieges überstanden, und so wählten die ermatteten Kriegsparteien die alte Stadt zusammen mit dem benachbarten Münster als Ort des Friedensschlusses aus. Im spätgotischen Rathaus, 1512 fertiggestellt, erinnert der Friedenssaal mit 42 Porträtgemälden von Gesandten des Friedenskongresses und Herrschern jener Zeit an die Verhandlungen. In den oberen Stockwerken zeigt ein Modell die Stadt im Jahre 1633, und die Ausstellung „Zerstörung und Aufbau“ erinnert an einen anderen Krieg: Hier wird der Wiederaufbau Osnabrücks nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs dokumentiert.

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Rathaus des Westfälischen Friedens

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Ort des Westfälischen Friedens

Über 25 Jahre dauerte der Bau des historischen Rathauses, das 1512 im spätgotischen Stil fertig gestellt wurde. In den Rathäusern von Osnabrück und Münster wurde der Dreißigjährige Krieg, der von 1618 bis 1648 stattfand, mit dem Westfälischen Frieden beendet.Im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses sind 42 Portraitgemälde von europäischen Gesandten des Friedenskongresses und den Herrschern jener Zeit, zum Beispiel der französische „Sonnenkönig“ Ludwig XIV., der deutsche Kaiser Ferdinand III. und Königin Christine von Schweden, zu sehen. In der kleinen Ratskammer hängen Bilder der Fürstbischöfe, die in den vergangenen Jahrhunderten die Geschicke der Stadt lenkten. Die kostbarsten Stücke der Schatzkammer sind der Kaiserpokal und die älteste Schützenkette, beide aus dem 13. Jahrhundert. Hier wird auch eine Nachbildung des Westfälischen Friedensvertrages aufbewahrt, der als „Osnabrücker Friedensinstrument“ bezeichnet wird. Auch wird ein Stadtmodell, das Osnabrück im Jahre 1633 darstellt, präsentiert.

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Osnabrück, Rathaus

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Räume gegen das Vergessen zu schaffen – das ist auch der Anspruch des Felix-Nussbaum-Hauses Konzipiert vom US-Architekten Daniel Libeskind, zeigt das spektakuläre Museum Leben und Werk des 1944 in Auschwitz ermordeten jüdischen Künstlers und Sohnes der Stadt, Felix Nussbaum. Schon die eigenwillige, irritierende Architektur des Hauses fordert zu einer Auseinandersetzung mit dem Schicksal Nussbaums heraus. Gemeinsam mit dem Kulturgeschichtlichen Museum liegt es mitten in der Innenstadt und eignet sich auch als Ausgangspunkt für einen Bummel durch die von sechs bedeutenden Kirchen beherrschte Altstadt, der wiederum mit einem Besuch im Restaurant la vie besonders stilvoll abgeschlossen werden kann. Hier schwingt in gelassener und gleichzeitig ausgesprochen edler Wohlfühlatmosphäre Küchenchef Thomas Bühner die Kochlöffel – ein Meister der Aromenküche, der mit vier Hauben in den Olymp der Kochkunst erhoben wurde.

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Dass Erich Maria Remarque, der mit „Im Westen nichts Neues“ einen wohl für alle Zeiten gültigen Antikriegsroman geschrieben hat, in Osnabrück geboren wurde, passt ebenfalls ins Bild der Friedensstadt. Der zweijährlich vergebene Friedenspreis der Stadt ist nach ihm benannt. Noch viel weiter in die Vergangenheit reichen die Erinnerungen an eine besondere historische Stätte vor den Toren der Stadt: Museum und Park Kalkriese markieren den Ort, an dem mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahre 9 die Varusschlacht stattgefunden hat, vielen besser bekannt als Schlacht im Teutoburger Wald. 1989 begannen hier planmäßige Ausgrabungen, die eine große Zahl von Münzen, Waffen und Ausrüstungsgegenständen römischer Soldaten zutage förderten, ebenso die Reste einer Wallanlage. Hier entstand der Museumspark Varusschlacht, der im Jahr 2001 durch einen eindrucksvollen, mit einem 40 Meter hohen Aussichtsturm ergänzten Museumsbau vervollständigt wurde. Auf dem Gelände des Parks werden bis heute auch für die Öffentlichkeit zugängliche archäologische Ausgrabungen durchgeführt, und die immer in ungeraden Jahren stattfindenden „Römer- und Germanentage“ sind gut besuchte Geschichtsstunden mit „Live-Charakter“. Geschichte zum Miterleben bietet auch das Museum Industriekultur, das den früheren Steinkohlenbergbau in und um Osnabrück darstellt: Mit einem gläsernen Fahrstuhl geht es hier 30 Meter tief unter Tage in einen wieder freigelegten historischen Stollen.

Osnabrück: Altstadt

Osnabrück, Alstadt

Osnabrück: Dom

Osnabrück, Dom

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Osnabrück, Theater

Dass aber über so viel Vergangenheit die Gegenwart in Osnabrück keineswegs verloren gegangen ist, werden Sie in jedem Winkel der Stadt spüren: Shopping, Musik, Kabarett, Märkte, Festivals und Events stehen gleichfalls ganz oben auf der Agenda. Die wechselnden Ausstellungen zur modernen Kunst in der Kunsthalle Dominikanerkirche finden bundesweit und international große Beachtung. Und die herrliche Umgebung des Natur- und Geoparks TERRA.vita, eines Teils des Geopark-Netzwerks der UNESCO, bietet Ausflugsziele von besonderem Reiz. Ein weiterer Beweis, dass Osnabrück bei Weitem nicht nur vom Reiz der Erinnerungen lebt, sondern sehr wohl im Hier und Heute.

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Osnabrück, Fachwerkhaus in der Krahnstraße

 

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Osnabrück, Felix Nussbaum Haus von Daniel Libeskind

 

Osnabrück: Altstadt

Osnabrück, Blick auf die Altstadt

Osnabrück: Markt

Osnabrück, Häuserzeile am Markt

Osnabrück, Häuserzeile am Markt

Direkt in der Innenstadt befinden sich das Felix-Nussbaum-Haus und das Kulturgeschichtliche Museum, die räumlich miteinander verbunden sind. Das Felix-Nussbaum-Haus wurde von Daniel Libeskind erbaut. Es zeigt die weltweit größte Sammlung von Werken des in Osnabrück geborenen und in Auschwitz ermordeten Künstlers. Das Kulturgeschichtliche Museum beherbergt die Stadtgeschichte-Ausstellung.

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Museumslandschaft im Herzen der Stadt

An der Grenze zwischen historischer Altstadt und Neustadt entstand in den Jahren zwischen 1667 und 1675 das Osnabrücker Schloss als fürstbischöfliche Residenz. Bauherren waren Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg und seine Gattin Sophie von der Pfalz.

Das Fürstenpaar lebte seit Ernst Augusts Wahl zum ersten evangelischen Bischof von Osnabrück 1662 zunächst auf der Iburg, einer Doppelanlage aus Kloster und Burg im südlichen Landkreis Osnabrücks, wie alle Bischöfe von Osnabrück seit dem 12. Jahrhundert. Nach den Bestimmungen des Westfälischen Friedens 1648 sollte das Bistum Osnabrück abwechselnd von einem katholischen und von einem evangelischen Bischof aus dem Hause Braunschweig-Lüneburg regiert werden.

Der Trend der Zeit – beginnender Absolutismus – verlangte jedoch nach einer würdigen, repräsentativen Residenz, eben nach einem Schloss inmitten der „Hauptstadt des Bistums“. Allerdings lebte das Fürstenpaar nur kurze Zeit im Osnabrücker Schloss, denn Ernst August trat bereits 1679 das Erbe seines Bruders in Hannover an und die fürstbischöfliche Familie zog nach Hannover um.

Die Schlossanlage entstand in mehreren Etappen: Zunächst wurde das Hauptgebäude „Corps de logis“ mit Vorhof und Garten bis 1673 gebaut, später die Flügelbauten um den Innenhof. Die Pläne zur Hofhaltung für das Osnabrücker Schloss entsprechen dem damaligen Zeitgeist, zu deren Umsetzung es wegen des Umzugs nach Hannover nicht mehr kam. Auch von den nachfolgenden evangelischen Bischöfen nutzte nur Ernst August II. das Osnabrücker Schloss als Residenz, doch lebte er eher zurückgezogen und spartanisch, so dass auch die Pläne des Gartenarchitekten Martin Charbonnier nur im Ansatz verwirklicht wurden.

Seit 1803 wird das Osnabrücker Schloss in unterschiedlicher Weise als Verwaltungsgebäude genutzt und wurde innen mehrfach umgebaut. Während des Nationalsozialismus waren im Westflügel Haft- und Folterzellen der Gestapo untergebracht. Eine Gedenkstätte im Westflügel bewahrt heute die Erinnerung an jene grausame Zeit und kann besichtigt werden.

Bei Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg auf Osnabrück wurde auch das Schloss bis auf die Außenmauern zerstört. Nach dem Wiederaufbau bezog die Pädagogische Hochschule die Gebäude und seit 1974 hat die Verwaltung der Universität Osnabrück hier ihren Sitz.

Heute ist das Osnabrücker Schloss umrahmt von der Stadthalle und weiteren Gebäuden der Universität und der Schlossgarten wird von den Studierenden zur Entspannung genutzt.

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Osnabrücker Schloss

Im waldreichen Land zwischen den beiden Gebirgszügen eingebettet sind Holz und Stein für den Wohnbau dieser Landschaft althergebrachte Baustoffe. Die ältesten Zeugen Osnabrücker Wohnbaukunst sind aus Bruchstein. Die Häuser bestehen wie die vielen alten Mauern in Osnabrück fast immer aus dem gelblichen Muschelkalk des nahen – heute zum Stadtgebiet gehörenden – Westerberges. Osnabrück ist weit über Deutschlands Grenzen hinaus als Stadt der „Steinwerke“ bekannt.

Die erste bekannte Erwähnung eines Steinwerks (domus lapidea) im gesamten Niederdeutschland wird in Osnabrück im Jahre 1177 verzeichnet. Bei dem Osnabrücker Urtyp handelt es sich nicht um ein freistehendes, regellos auf dem Grundstück angeordnetes Gebäude vornehmlich mit Wehrfunktion, sondern von vornherein um einen Speicherbau, der als rückwärtiges Gebäude errichtet wurde. Dieses Gebäude ist unmittelbar verbunden mit dem Fachwerkvorderhaus. Im Gegensatz zum Vorderhaus wurde es unterkellert, aber nur um etwa eineinhalb Geschosse eingegraben. Das hoch liegende Erdgeschoss diente dem Wohnen. Die übrigen Geschosse (in der Regel Keller-, Ober- und Dachgeschoss) wurden hingegen allein zu Speicherzwecken genutzt. Das Steinwerk war eine lokalspezifische Antwort auf die permanente Brandgefahr in der mittelalterlichen Stadt und wurde so als eigener Osnabrücker Bautypus geformt. Dieser Bautyp wird in erstaunlicher Ungestörtheit durch die ältesten noch existierenden Steinwerke Osnabrücks, Bierstraße 7 und Dielingerstraße 13 – erbaut um das Jahr 1220 – dokumentiert.

Beide Steinwerke sind trotz der vielen Brände in einigermaßen ursprünglichem Zustand erhalten geblieben. Sie stammen mit den Einzelformen ihrer gekuppelten Fenster aus der gleichen Zeit, in der in Osnabrück der Dom, der Turm der Marienkirche und das Kloster Gertrudenberg gebaut wurden. Die Feinheit der Einzelformen der großen Architektur spiegelt sich in den zarten Säulchen und Kapitälen dieser beiden Steinwerke wider. Das Steinwerk Bierstraße 7 war auch einmal als festes Haus innerhalb der Mauern im Besitz des Klosters Gertrudenberg. Am Steinwerk in der Dielingerstraße ist der ursprüngliche Zustand dieser Wohntürme noch am klarsten zu erkennen. In der Wand steigt auch die Treppe, die in den hohen gewölbten Oberraum führt. Die Decke des ehemals halbtiefen Kellers ist heute entfernt und der Boden erhöht und ebenerdig gemacht. Das Steinwerk Dielingerstraße 13 wurde 1960/61 und Ende der 80er Jahre im Zuge der Altstadtsanierung wieder instand gesetzt. Mit Übernahme des Steinwerks durch den Verkehrsverein erhielt das Gebäude 2003 eine neue modifizierte Zugangssituation über das Fachwerkhaus Rolandsmauer 23 und steht heute als Versammlungsraum für repräsentative Veranstaltungen zur Verfügung.

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Stadt der „Steinwerke“

Der Ledenhof steht in prominenter Lage gegenüber dem barocken Schloss und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Katharinenkirche. Im Stadtbild sticht er schon allein durch die farbige Dekorierung hervor. Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert war der Ledenhof das Herrenhaus eines Adelshofes. Bereits seit dem 14. Jahrhundert steht hier das früher als Speicher dienende Steinwerk. Heinrich von Leden ließ den farbig dekorierten Renaissance-Anbau errichten.

Im Treppenturm des 1588 fertiggestellten Gebäudes befindet sich die älteste Spindeltreppe Norddeutschlands. Heute finden im Renaissancesaal kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte, Vorträge und Theateraufführungen statt. Auch das Literaturbüro Westniedersachsen hat im Ledenhof seinen Sitz. Seit April 2002 ist das Steinwerk Ledenhof in der Friedensstadt Osnabrück Sitz der Deutschen Stiftung Friedensforschung.

Der Standort am südlichen Ende der ehemaligen Altstadt zeigt, dass seine Gründer von Anfang an einen großzügigen Komplex für ihre Handelsniederlassung planten. Bis heute vermittelt die hohe Mauer etwas von der früheren Geschlossenheit der Anlage, von der allerdings nur noch die drei wichtigsten Bauten stehen: der siebengeschossige Speicher in Bruchsteinmauerwerk mit seinem für Steinwerke typischen Satteldach, das neu verputzte, farbig gestaltete ehemalige Wohnhaus mit seinen beiden Ziergiebeln und der Treppenturm aus dem späten 16. Jahrhundert.

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Älteste Spindeltreppe Norddeutschlands

Der Dom Sankt Peter, die Kathedralkirche des Bistums Osnabrück, zählt zu den Meisterwerken spätromanischer Baukunst. Der erste Dom wurde 785 von Bischof Agilfred aus Lüttich geweiht. Diese erste Bischofskirche hatte allerdings keinen Bestand und wurde durch einen zweiten Bau ersetzt. Nach einem verheerenden Brand um 1100 wurde auf den Resten der Mauern des zweiten Doms das dritte Gotteshaus mit dem mächtigen achteckigen Vierungsturm errichtet.

In der Zeit von 1218 bis 1277 erhielt der Dom seine heutige Form. Der schlanke Nordwestturm mit den rundbogigen Fensterbändern zählt zu Deutschlands schönsten Türmen aus romanischer Zeit. Der Zwillingsturm im Nordwesten wurde im 15. Jahrhundert durch den dicken, spätgotischen Turm ersetzt.

Von der reichen Innenausstattung des Doms ist im Laufe seiner wechselvollen Geschichte nur wenig erhalten geblieben. Die Güldentafel, der Hochaltar aus kostbaren Osnabrücker Goldschmiedearbeiten, wurde im Dreißigjährigen Krieg eingeschmolzen. Aus dem Edelmetall wurden Münzen auf den Tod des schwedischen Königs Gustav Adolf geprägt.

Das mächtige Triumphkreuz wurde 1230 geschnitzt. Acht übergroße Apostel aus dem 16. Jahrhundert schmücken die Pfeiler. Das bronzene Taufbecken aus dem Jahre 1225 gehört zu den größten Kostbarkeiten.

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Dom Sankt Peter

Erinnert das Heger Tor an eine Wehranlage, so war es doch niemals Teil einer solchen. Die Wehranlage, bestehend aus Turm, Tor, Bastion, Zwinger und Durchfahrt, wurde nämlich 1815 weitgehend abgerissen.

1817 – zwei Jahre nach der Schlacht bei Waterloo – stiftete Gerhard Friedrich von Gülich 1000 Taler für den Bau des Tores, um die Osnabrücker Kämpfer bei Waterloo zu ehren: „Den Osnabrückischen Kriegern, die bei Waterloo den 18. Juni 1815 deutschen Mut bewiesen, widmet dieses Denkmal G.F.v. Gülich D.R.D.R.“ Der Doktor der Rechte – dafür stehen die Großbuchstaben am Ende der Inschrift – beauftragte den Wegeinspekteur Johann Christian Sieckmann mit dem Entwurf des Tores, das einem Triumphbogen ähnlich ist.

Auf die eigentliche Funktion der Anlage weisen die seitlichen Wallrampen hin. Über sie und einen Treppenaufgang erreicht man die Plattform des Tores. Von ihr hat man eine sehenswerte Aussicht auf die mittelalterlich geprägte Osnabrücker Altstadt.

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Das Tor zur Altstadt

Von Nordamerika nach Japan wandern ohne nasse Füße zu bekommen? Oder soll’s doch lieber ein bisschen Alaska sein? Drei Schritte weiter findet man sich in Korea wieder, und von der Steppe Vorderasiens bis zum Mittelmeer ist es auch nur ein Katzensprung. Der Botanische Garten der Universität Osnabrück macht es möglich. Seit 1984 bietet er seinen Besuchern auf einer Gesamtfläche von 8,6 Hektar einen Querschnitt durch die Pflanzenwelt der Erde.

Angelegt wurde der Garten von der Universität Osnabrück, die ihn zu Forschungs- und Lehrzwecken nutzt. Gleichzeitig dient er aber auch Bürgern und Gästen der Stadt Osnabrück als Erholungsort, in dem man ausgedehnte Spaziergänge unternehmen kann. Wer mag, informiert sich unterwegs anhand der kleinen Tafeln über die Pflanzen und ihre Herkunft. Zahlreiche Bänke laden zum Verweilen ein, sei es, um eine kurze Pause einzulegen oder um die Umgebung auf sich wirken zu lassen.

Besondere Erwähnung verdient das 1998 eröffnete Regenwaldhaus. Entstanden ist ein vielfältiges Landschaftsbild, das die unterschiedlichen Lebensräume und Vegetationstypen des Amazonas-Regenwaldes abbildet. Neben zahlreichen exotischen Pflanzen kann man bei genauer Betrachtung auch Frösche und Schmetterlinge entdecken. Das Regenwaldhaus ist frei zugänglich und bietet auf drei Ebenen einen Einblick in die Pflanzenvielfalt des südamerikanischen Regenwaldes. Die übrigen Gewächshäuser auf dem Gelände sind Anzucht- und Versuchsgewächshäuser. Sie beherbergen verschiedene Sammlungen und können nur im Verlauf einer Führung besichtigt werden.

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Botanischer Garten der Universität

Hunde dürfen nicht in den Botanischen Garten.

Zu den beliebtesten Ausflugszielen im Osnabrücker Land zählt der Osnabrücker Zoo. 2500 Tiere aus 280 Tierarten locken mittlerweile mehr als 550000 Menschen jährlich in den Zoo.

Besonders beliebt ist der Zoo, weil er vielfältige Aktionen anbietet. Besucher können die Tiere an jedem Sonn- und Feiertag hautnah erleben, wenn die Tierpfleger über ihre Pfleglinge berichten. Zusätzlich wird an fünf Wochenenden im Jahr ein umfangreiches zoologisches, kulinarisches und kindgerechtes Programm geboten wie beispielsweise beim Frühlingsfest, der Dschungelnacht oder dem Kinderfest.

Blickt man auf die Geschichte des Osnabrücker Zoos, so wurde in den vergangenen Jahren die Tierhaltung entschieden verändert. Aus dem im Jahr 1936 gegründeten Heimattiergarten wurde mittlerweile ein Tiergarten, der sich heute als Großzoo darstellt. Seit dem Jahr 1980 hat ein umfangreiches Neubau- und Sanierungsprogramm das Gesamtbild des Zoos verändert. Im Jahr 1999 wurden der neue Elefantenpark, ein zweites Orang-Utan-Innengehege und das Sittichhaus eingeweiht.

Tierhaltung duldet keinen Stillstand: Weitere Projekte wurden im Jahr 2000 in Angriff genommen. Die ersten Bewohner des neuen Afrika-Panoramas waren die Netzgiraffen Edgar und Ursula. Der Giraffenbulle Edgar wurde im Januar 1999 im Amsterdamer Zoo geboren. Sein Vater ist mit 5,98 Meter der längste Giraffenbulle Europas. Daher ist zu erwarten, dass auch Edgar noch ein paar Meter zulegen wird. Aber schon jetzt ist er ein stattlicher Bulle. Ursula ist noch etwas kleiner als Edgar und wurde in in Kopenhagen (Dänemark) geboren. Trotz geringerer Körpergröße ist Ursula mutiger und viel neugieriger als Edgar. Beide haben sich von Anfang an gut verstanden und im Zoo bereits Nachwuchs bekommen..

Der Osnabrücker Zoo ist eine Stätte der Begegnung zwischen Mensch und Tier, ein Erholungsraum mit reizvollen Beobachtungsmöglichkeiten und ein Ort der Forschung. Die Zooschule bietet für Klassen aller Altersstufen ein umfangreiches Lehrangebot.

Zoo Osnabrück

Zoo Osnabrück

Wo vor 100 Jahren in der Steinkohlenzeche Piesberg der „Schwarze Diamant“ gewonnen wurde, zeigt das Museum die Entwicklung Osnabrücks von der Ackerbürgerstadt des 18. Jahrhunderts bis zum modernen Industrie- und Wirtschaftsstandort der Gegenwart. Das 19. Jahrhundert ist Schwerpunktthema des Museums. Im Haseschachtgebäude wird die Dauerausstellung mit den zentralen Themen „Steinkohlebergbau“, „Mythos Dampf“, „Frühe Fabriken“ und „Frühindustrialisierung“ präsentiert. Ein Höhepunkt sind zwei Dampfmaschinen von 1849 und 1916, die in Bewegung gesetzt werden. Mit einem gläsernen Fahrstuhl können die Besucher 30 Meter tief unter Tage einfahren und einen wieder freigelegten historischen Stollen auf etwa 280 Metern durchwandern. Wechselnde Ausstellungen vertiefen den Einblick in Aspekte der regionalen Industriegeschichte.

Museum Industriekultur

Museum Industriekultur

Die über 200 Jahre alten historischen Friedhöfe Osnabrücks, der Hasefriedhof und der Johannisfriedhof sind offene Geschichtsbücher der Stadt. Die imposanten Grabstätten aus unterschiedlichen Zeiten erzählen die Geschichten von Persönlichkeiten, die die Geschicke und die Entwicklung der Stadt entscheidend geprägt haben und geben nebenbei einen Eindruck der jeweiligen architektonischen Trends.

Die heute denkmalgeschützten Friedhöfe wurden nach und nach erschlossen und belegen das städtische Wachstum im 19.Jahrhundert. Ihre unterschiedlichen Abteilungen werden von Friedhofsmauern umschlossen, die zusammen mit dem alten Baumbestand eine besondere Atmosphäre schaffen. Als innerstädtische grüne Oasen dienen die Friedhöfe nicht nur als grüne Oasen in der Stadt, sie sind auch Orte für Führungen und Kulturveranstaltungen.

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Historische Friedhöfe – Ein Spaziergang durch 200 Jahre Stadtgeschichte

Der Ort der Varusschlacht, seit dem 16. Jahrhundert ein Mythos, ist entdeckt: Archäologische Forschung brachte seit Ende 1989 im kleinen Ort Kalkriese bei Bramsche, nördlich von Osnabrück, mehr als 6000 Funde ans Tageslicht. Sie belegen, dass am Nordhang des Kalkrieser Bergs ein römisches Heer mit Tross und Ausrüstung vernichtend geschlagen wurde. Waffen, militärische Ausrüstungen, Alltagsgegenstände, Tier- und Menschenknochen, ein über 400 Meter langer, nachgewiesener Wall belegen einen von Menschenhand geschaffenen Hinterhalt und ein Massaker. Was als die „Schlacht am Teutoburger Wald“ in die Geschichtsbücher einging, wird weiter erforscht. Eine Ausstellung im mehrfach preisgekrönten Museumsgebäude präsentiert mit modernen Medien Geschichte und Forschungsergebnisse. Der 24 Hektar große Park verknüpft das Geschehen von einst mit der Gegenwart. Museum und Park Kalkriese bieten zugleich zahlreiche kulturelle Veranstaltungen: Feuerwerke, Konzerte, Vorträge, Sonderausstellungen. Und besondere Erlebnisse für Gruppen: Klettern im Hochseilgarten, Feuer machen ohne Streichhölzer, Fackelführungen, Kochen wie Römer und Germanen.

Museum und Park Kalkriese

Museum und Park Kalkriese

In Ostercappeln-Venne wurde 2008 ein Gehöft aus der vorrömischen Eisenzeit gebaut. Die Idee ein Eisenzeithaus zu rekonstruieren steht im Zusammenhang mit dem Ausgrabungsprojekt Schnippenburg. Auf dem 3000 qm großen Areal soll nach der Fertigstellung wie vor 2300 Jahren gelebt und gearbeitet werden: Typische Nutzpflanzen der damaligen Zeit wachsen im Garten, im eingefriedeten Bereich grasen alte Haustierrassen, auf Schauflächen und Werkplätzen werden Ackerbau und Handwerk anschaulich dargestellt.Das zweischiffige Haus ist mit Reetgras gedeckt und besteht aus Eichenpfosten mit lehmverputzten Flechtwerkwänden. Die Firsthöhe beträgt ca. 5,50 m. Bei einer Länge von 16 m und einer Breite von 8 m gliedert es sich in einen Wohnteil mit Herdstelle und in einen Stallteil mit Viehboxen. Der Haustyp war in der vorrömischen Eisenzeit prägend für die historische Kulturlandschaft in unserer Region. Damals existierten noch keine dorfähnlichen Strukturen am Nordhang des Wiehengebirges. Es gab vereinzelte Streusiedlungen, deren Standorte häufig wechselten.

Eisenzeithaus im Osnabrücker Land

Eisenzeithaus im Osnabrücker Land

Osnabrück ist mit rund 158.000 Menschen wirtschaftliches und kulturelles Oberzentrum im westlichen Teil Niedersachsens und Herzstück des Osnabrücker Landes. Osnabrück ist das Zentrum eines großen Bistums, war über Jahrhunderte Hauptstadt eines unabhängigen deutschen Landes, des Hochstiftes Osnabrück, das 1802 in den Turbulenzen der napoleonischen Zeit seine Unabhängigkeit verlor und hannoverisch wurde. Die reizvolle Lage zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge mit zahlreichen Heilbädern in unmittelbarer Nachbarschaft bieten einen hohen Freizeitwert. Als einzige deutsche Großstadt liegt Osnabrück mitten in einem Naturpark – dem UNESCO Geopark TERRA.vita. Dabei reichen die „Grünen Finger“ bis in die Stadt, so dass es an den meisten Stellen möglich ist, in Naturnähe zu wohnen. Den Eindruck einer alten Stadt vermitteln der Dom und das Barockschloss sowie die als Besucherziel sehr beliebte Altstadt mit mittelalterlichen Wehranlagen und Fachwerkhäusern. Im letzten Jahr feierte das Rathaus sein 500-jähriges Jubiläum mit einem großen Festakt im Herzen der Stadt.

Im kulturellen Bereich kann Osnabrück mit einem ganzen Bündel attraktiver Angebote aufwarten, die vom Theater über den Zoo bis zum Botanischen Garten reichen. Das alljährliche europäische Medienkunstfestival und die Ausstellungen in der Kunsthalle Dominikanerkirche finden bundesweit und international Beachtung. In der reich gegliederten Museumslandschaft ist das Felix-Nussbaum-Haus die jüngste und zugleich spektakulärste Einrichtung. Das von dem amerikanischen Stararchitekten Daniel Libeskind im dekonstruktivistischen Stil konzipierte Haus für die weltweit größte Sammlung von Bildern des jüdischen Malers Felix Nussbaum erregte weltweit Aufsehen und Anerkennung. Zum 50. Todestag des Künstlers Friedrich Vordemberge-Gildewart feiert seine Geburtsstadt Osnabrück ihn im sogenannten „v-g“-Jahr mit einer Reihe von Veranstaltungen, die den Künstler in seiner Vielseitigkeit als Maler, Grafiker, Innenarchitekt, Typograf und Baugestalter präsentieren. v-g zählt zu den Pionieren konkreter Kunst und lässt sich als deutscher Vertreter dem Konstruktivismus zuordnen.Auch historisch betrachtet hat Osnabrück einiges zu bieten: Diese niedersächsische Stadt spielte eine entscheidende Rolle bei der Beendigung des Dreißigjährigen Krieges, denn Osnabrück und Münster sind die Städte des Westfälischen Friedens von 1648. 1643 begann der erste europäische Friedenskongress, der 1648 einen Schlusspunkt hinter das Grauen des Dreißigjährigen Krieges setzte. In Osnabrück wurden bedeutende Teile des Westfälischen Friedens ausgehandelt. Das Vertragswerk kann als eine der Geburtsstunden des neuzeitlichen und modernen Europas bezeichnet werden. Mit diesem wurden darüber hinaus Grundlagen auch für unser modernes Rechtsverständnis gelegt. So haben die Europäischen Mächte mit dem Westfälischen Frieden das Prinzip „Recht vor Macht“ durchgesetzt. Außerdem hat der Vertrag die Basis für einen Religionsfrieden gelegt.

Und auch heute noch wird Osnabrücks Profil durch ein intensives friedenspolitisches Engagement und gelebte Toleranz geprägt. So wurde 2012 das Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück eröffnet. Alle zwei Jahre vergibt die Stadt den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis zur Erinnerung an das von tiefem Humanismus geprägte Lebenswerk des aus Osnabrück stammenden Schriftstellers, und sie fördert das Remarque-Friedenszentrum. Seit 2001 ist Osnabrück Sitz der im Jahr zuvor gegründeten Deutschen Stiftung Friedensforschung. Sie fördert wissenschaftliche Vorhaben, den wissenschaftlichen Nachwuchs, initiiert Konferenzen, hilft bei der Vernetzung von Forschungsinstitutionen und ist dadurch ein wichtiger Knotenpunkt für die Friedensforschung.4482721

Wichtige Impulsgeber zur Erzeugung eines innovativen Klimas sind Universität und Hochschule, dessen internationale Studiengänge bei den 22.000 Studierenden hoch im Kurs stehen. Zur innovativen Weiterentwicklung des Stadtbildes tragen auch die Umwandlungen der ehemaligen britischen Kasernengelände bei, die sich unter anderem durch verbindende Konzepte von Wissenschaft und Wohnen auszeichnen. Im Zuge der Konversion wurden sechs Kasernenareale mit einer Gesamtfläche von rund 160 Hektar sowie insgesamt 1.340 Wohneinheiten frei. Darüber hinaus setzt die in Osnabrück ansässige Deutsche Bundesstiftung Umwelt Impulse bei der europaweiten, bundesweiten und lokalen Umsetzung von Projekten zum Umweltschutz.

Als Industriestandort expandiert Osnabrück weiter und gewinnt zunehmend an Attraktivität: Neben der Autoproduktion haben sich insbesondere Logistikunternehmen, Speditionen, Stahl- und Kabelindustrie, Unternehmen der Lebensmittelbranche und im Dienstleistungssektor angesiedelt.

 

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